über Boris Wehmann

Warum ein Hamburger Jung aus gutem Haus alles aufgab, um glücklich zu werden

Den entscheidenden Moment erlebte ich 1986 in einer Londoner Reederei. Er rettete mich vor dem Abrutschen. Doch bis dahin war es ein harter Weg.

Noch vor dem Abitur bin ich von zu Hause weg. An Geld mangelte es nicht im großzügigen Hamburger Elternhaus, aber an Verständnis und Offenheit.

Mit 18 Jahren, ohne Geld in den Taschen zog ich ins damalige Problemviertel Ottensen. Jeden Monat musste ich meine letzten paar Pfennige für die Miete zusammenkratzen. Meist hatte ich nicht genug Geld, um mir Kohlen zum Heizen zu kaufen.

Nach meiner Ausbildung zum Schifffahrtskaufmann ging ich nach London in eine Reederei. Nebenbei besuchte ich eine Business Shool und abends arbeitete ich bei Pizza Hut oder in einer Bar.

Heute lesen sich diese Zeilen, als sei ich auf dem besten Weg gewesen, Karriere zu machen.

Die Wahrheit ist: Ich tanzte auf der Rasierklinge. Ich ließ mich treiben, war ohne Orientierung – und vor allem ohne Ziel.

Doch dann kam dieser Moment in London. Ich saß im Büro der Reederei, bei der ich eine Zusatzausbildung machte und blickte auf das Stecksystem an der Wand, mit dem wir die Container erfassten.

Ich war damit beauftragt worden, dieses System in ein Computer-Programm zu überführen.

Eine ziemliche Mammut-Aufgabe, denn 1986 waren Computer wirklich noch „Neuland“. Und da begriff ich: „Was ich hier mache, ist wichtig. Und wenn ich es richtig mache, kann ich wirklich etwas bewegen.“

Ich entdeckte meinen Ehrgeiz.

Und die Vorgesetzten merkten das, gaben mir Sonderprojekte von der Inhaber-Familie, nahmen mich mit zu Verhandlungen und zu Gericht.

Der Startschuss für meine Karriere.

Ich arbeitete in den kommenden 35 Jahren für Reedereien und Konzerne in Hamburg, Nürnberg und Hong Kong. Dabei übernahm ich Verantwortung als Sachbearbeiter, Geschäftsführer und schließlich 13 Jahre lang als regionaler Finanzvorstand.

Immer wieder begab ich mich in vollkommen neue Situationen. Doch mein Vertrauen in mich war so groß, dass ich mich jeder Herausforderung ohne Angst stellen konnte.

Meine wertvollste Erkenntnis: Ich muss nicht alles wissen, ich muss nur wissen, wen ich fragen kann.

Wenn du auf der Suche nach beruflicher Orientierung bist, frag mich.

Ich freue mich, dir zu helfen.