Ein Jahr Pandemie: Zuversichtlich durch die Corona Krise

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Die Covid-Pandemie fordert uns immens heraus. Auf allen Ebenen. Im Beruf, im Privatleben und im täglichen Miteinander. Die Pandemie hat unmittelbare Auswirkungen auf sämtliche Lebensbereiche. Überwiegend werden die Auswirkungen als negativ empfunden. Kein Wunder. Werden uns doch von morgens bis abends Zahlen, Schreckensmeldungen, Versäumnisse und Horrorszenarien berichtet. Viele Menschen befinden sich in Kurzarbeit oder sind gar mit einem drohenden Arbeitsplatzverlust konfrontiert. Die Welt ist aus den Fugen geraten.

Es gibt aber auch Hoffnung. Hoffnung, nicht nur aufgrund der begonnenen Impfungen. Es gibt auch Hoffnung, weil gerade viele Weichen neu gestellt werden. Am Ende der Pandemie werden wir in einer veränderten Welt leben. Zwar wünschen wir uns alle „Normalität“ zurück. Die wird es auch wieder geben. Die Normalität wird aber eine andere sein als vor der Pandemie.

Die Veränderungen passierten schleichend

Ich saß mit meiner Mitte achtzigjährigen Mutter bei einer Tasse Kaffee. Wir befanden uns mitten im Herbst.

Meine Mutter ist eine rüstige, lebenslustige Frau mit vielen sozialen Kontakten. Sie liebt es, ins Theater zu gehen und Ausflüge zu machen. Am meisten Freude hat es ihr bereitet, mit einer ihrer Freundinnen im Cabriolet aufs Land zu fahren. Da saßen die beiden alten Damen im Mini-Cabrio, der Wind zerzauste ihnen das Haar und sie freuten sich einfach des Lebens.

Sie schaute mich traurig an. Mir fehlen die Ausflüge und das Theater, sagte sie. Ich komme praktisch gar nicht mehr vor die Tür. Mit einmal Mal bemerkte ich, dass meine Mutter körperlich rapide abbaut. Das hatte ich bis dahin gar nicht auf dem Zettel. Die ganzen Aktivitäten haben sie fit gehalten. Jetzt fehlten die Aktivitäten und mit einem Mal fallen ihr längere Wege schwer. Mit einem Mal wird sie müder. Nachdenklich fuhr ich nach Hause.

Inzwischen ist es Ende Februar. Beinahe ein Jahr Pandemie

Der Besuch bei meiner Mutter wirkt nach. Heute befinden wir uns seit beinahe einem Jahr in der Pandemie. Ich reflektiere darüber, welche Auswirkungen die Pandemie auf mein Leben hat.

Hier nur ein paar wenige:

  • Meine sozialen Kontakte sind auf ein Minimum reduziert.
  • Ich habe mit dem Laufen aufgehört, wieder begonnen und höre wohl gerade wieder auf.
  • Einsamkeit hat in meinem Leben eine ganz neue Bedeutung bekommen.
  • Mir fehlen die Reisen.
  • Mir fehlen meine Freund:Innen
  • Ich habe 12 Kilo Gewicht zugenommen. Reduzierung von sportlichen Aktivitäten bei gleichzeitiger Erhöhung der Kalorienzufuhr bleibt nicht ohne Wirkung
  • Beruflich war das Jahr erfolgreich. Wir haben das Unternehmen bisher gut durch die Pandemie gebracht.
  • Homeoffice ist ein großer Bestandteil meines Lebens geworden.
  • Ich habe massiv den Sinn meiner beruflichen Tätigkeit hinterfragt.

Ich sitze hier, schreibe diese Liste runter und könnte die Liste endlos fortsetzen. Wenn ich die Liste betrachte, zieht es mich runter. Durchatmen. Ich sitze hier. Voller Hoffnung und Zuversicht.

Selten hatte ich ein Jahr mit so tiefgehenden, wunderbaren Momenten wie in 2020

Homeoffice

Als der erste Lockdown kam, haben wir im Unternehmen schnell und präzise reagiert. Unsere technische Ausstattung hat es uns erlaubt, beinahe 1.000 Mitarbeiter:Innen von einem Tag auf den anderen ins Homeoffice zu schicken. Alle waren hoch motiviert und unsere Produktivität bekam einen kräftigen Schub. Inzwischen hat sich das normalisiert und wir wünschen uns mal wieder persönliche Treffen. Selbst die Stunden in stickigen Meetingräumen fehlen uns.

Ich durfte ganz neue Facetten des Krisenmanagements lernen und Kommunikation in neue Dimensionen katapultieren.

Erfüllt mich mein Job?

Den Sinn meiner beruflichen Tätigkeit habe ich im vergangenen Jahr massiv hinterfragt und die Konsequenzen gezogen. Ich habe meinen sicheren, gut bezahlten Job gekündigt und werde das Unternehmen zum Jahreswechsel verlassen. Ab dem 1.1.2022 wartet eine weitaus weniger sichere Selbständigkeit auf mich. Ich bin angespannt. Die Vorfreude und die Zuversicht überwiegen.

Meine Familie
Partnerschaft

Wir sind enger zusammengerückt und haben unsere Ehe ganz neu zu schätzen gelernt. Das bedeutet eine tiefe Zufriedenheit für mich.

Familie

Ende Februar 2020, kurz vor dem ersten Lockdown, haben wir in fröhlicher Runde den 85igst Geburtstag meines Vaters gefeiert. Kurz darauf kam er ins Krankenhaus und erhielt die Diagnose Lungenkrebs. Ich durfte ihn nicht im Krankenhaus besuchen. Inzwischen war alles dicht. Mein Vater hat beschlossen, dass er keine Behandlung möchte. Er wusste, die Behandlung würde seine Lebensqualität umgehend erheblich verringern. Lebensqualität wollte er sich aber erhalten.

Ende Juli kamen meine Cousine und meine beiden Cousins mit Anhang nach Hamburg. Sie wollten meinen Vater besuchen. Bei schönstem Wetter haben wir gemeinsam eine Hafenrundfahrt gemacht. Die hatte mein Vater sich gewünscht. Anschließend sind wir gemeinsam zum Dinner gegangen. Die Sonne ging unter, wir blickten über die Elbe, tranken Champagner. Mein Vater verdrückte ein paar Austern. Eine seiner Lieblingsspeisen. Wir hatten Glück. Die Lockerung des Lockdowns hat es zugelassen.

Ein weiteres Mal hatte ich Glück. Als mein Vater wieder ins Krankenhaus musste, durfte ich ihn besuchen. Am Abend sprachen wir darüber, wie es mit der Pandemie wohl weitergeht, ob Herr Trump wiedergewählt wird und wer auf Frau Merkel folgt. Ein paar Stunden später ist er gegangen. Keine 8 Wochen nach unserer gemeinsamen Hafenrundfahrt. Am Ende kam der Tod dann doch plötzlich.

Durch den gemeinsamen Abschied von meinem Vater durfte ich den Kontakt mit meiner Cousine und meinen Cousins intensivieren. Jahrzehntelang hatten wir keinen Kontakt. Ohne Grund, es war einfach so. Was für wunderbare Menschen das sind. Gemeinsam durften wir meinen Vater auf See beisetzen. Der zweite Lockdown war noch in „weiter“ Ferne.

Meine Schwester, die in Ghana lebt, konnte nicht dabei sein. Dank moderner Technik konnten wir sie aber teilhaben lassen. Live-Stream und Bilder machten es möglich. Die Sonne lachte an diesem Tag vom Himmel, wir saßen beim Sonnenuntergang am Strand, tranken einen Wein und gingen anschließend zum Essen. Der Wirt war großartig. Obwohl die meisten Gäste bereits gegangen waren, drängte er uns nicht.

Urlaub

Wir wollten nach Sardinien. Das war nicht möglich. Dann fahren wir nach Schweden, dachten wir. Ging auch nicht.

Also fuhren wir ins Allgäu. Bei karibischen Temperaturen machten wir wunderbare Bergwanderungen. Es war einer unserer schönsten Urlaube. Anschließend fuhren wir noch ein paar Tage an den Rhein. Wir fühlten uns wie in Spanien. Das Wetter schenkte uns insgesamt 14 Tage Sonnenschein. Was für ein Glück.

Freunde und Nachbarn

Wir sind umgeben von wunderbaren Menschen. Freunde, die spontan klingeln nur um kurz „hallo“ zu sagen und gleich weiter zu gehen.

Nachbarn, mit denen wir auf Distanz ein Glas Wein trinken.

Im Büro bin ich von wunderbaren Kolleg:Innen umgeben. Mit meinem engsten Kreis ist es wie in einer Familie. Wir sind füreinander da. Wir hören uns zu und tun uns gut. Es zerreißt mich, wenn ich mir vorstelle, ich kann diese Menschen nicht mitnehmen in meine Selbständigkeit.

Und dann ist da noch der wichtigste Mensch in meinem Leben.

Der Mensch, der mit mir durch Dick und Dünn geht. Der mich in jeder Lebenslage unterstützt. Der immer da ist. Der mir seit vielen Jahren den Rücken frei hält. Der unaufgeregt und selbstlos einfach alles tut, damit es uns gut geht. Und nicht zu vergessen, unser Labrador. Der Sonnenschein.

Mit welchem Recht darf ich mir anmaßen zu sagen, das Jahr 2020 war schlecht? Wie undankbar wäre es, zu jammern?

Gerade im Moment empfinde ich eine tiefe Dankbarkeit, Zufriedenheit und Zuversicht. Gerade jetzt erkenne ich, wieviel ich selbst dazu beitrage, dass es eine gute Zeit ist, trotz allem.

Und was hat das ganze mit dem Karriere-Influencer zu tun?

Alles. Denn es ist Teil meiner Geschichte. Es ist Teil meines Erlebens und wie könnte ich meinen Held*Innen, denn das sind die Menschen, die ich begleiten darf, mit Inbrunst Zuversicht vermitteln, wenn ich selber keine habe?

Meine To Do’s für 2021
  • Ernährungsumstellung.Ich weiß, wie es geht. Ich weiß, was es braucht. Ich war immer schlank und werde es wieder sein.
  • Meine Selbständigkeit vorantreiben.
  • Eine Alternative zum Laufen finden. Ich habe da schon ein paar Ideen.

Ich hoffe, Ihr habt ein wenig Zuversicht mitnehmen können?

Plane Deine Karriere mit Herz und Verstand. 💚

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